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Überlegungen und Beobachtungen aus dem Umfeld meiner beruflichen und persönlichen Sinnfelder.

Schrift und Denken als dreiteilige Serie im TV

Das lange Wochenende steht bevor und deshalb der Tipp an die Fans von Schrift, Sprache und Denken, die noch einmal ganz zurück zu den Anfängen spüren möchten, um was es der Menschehit da eigentlich geht?

Auf arte gibt es aktuell »Die Saga der Schrift«. Der Untertitel lautet »Vom Schreiben und Denken«. Der Umsstand, dass es in der dreiteiligen Serie weniger ums Denken als solches geht, sondern die Schrift als größte Erfindung der Menschheit ausgemacht wird, ist kein Spoiler. Schrift förderte das Denken der unterschiedlichen Kulturen oder verhinderte es zwischenzeitlich. Allein wegen unterschiedlich verwendeter Materialen. Es geht also ich viel um Handwerk und Kaligraphie.

Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich Schrift an völlig unterschiedlichen Stellen der Welt quasi gleichzeitig entwickelte und wenn Menschen eine Schrift entwickelten, kamen sie um das Rebus-Prinzip nicht herum. Der Spannungsbogen zieht sich sodann auch von den Hieroglyphen bis zu den von uns heute genutzten Emojis, die nach Auffassung mancher Wissenschaftler und Künstler ein Zeitalter der universellen Schrift für die ganze Welt heraufbeschwören.

Eine Renaissacne der Hierglyphen als Höhlenmalerei auf dem Smarphone? Aber seht selbst. Hier geht es zum Beitrag auf arte.

Glückwünsche gehen raus

Glückwünsche gehen raus nach Dresden. Dort hat ein Projekt zur Progression von Gesundheitskompetenz kürzlich den Lohfert Preis 2022 erhalten.

Damals durfte ich das 5-jährige Jubiläum von Was hab ich? moderieren und es bleibt offenbar spannend, die Entwicklung des Unternehmens und seiner Ideen zu beobachten. Mit dem Patientenbrief ist ein echter Wurf gelungen, der jetzt wirklich Einzug halten sollte in die Regelversorgung.

Lohfert-Preis 2022 geht an Was hab ich? für ihre Arbeit am Patientenbrief.

Zu wenig Papier zur Durchsetzung der Impfpflicht

Einer der Gründe, warum gesetzliche Krankenkassen eine Impfpflicht in Deutschland nicht durchsetzen können wollen, sei der aktuelle Papiermangel in Europa. Ob wir jemals wieder mehr Papier haben werden, entscheidet auch der Grad an Digitalisierung unserer Gesellschaft. Der ist gerade im Deutschen Gesundheitswesen nicht sehr ausgeprägt.

Der GKV-Spitzenverband verweist auf die benötigten 120 Millionen Einzelschreiben an Versicherte, die auf dem Postweg zugestellt werden müssten. So geht es aus den Gesetzesvorlagen hervor, über die aktuell beraten wird. Es werden noch weitere Gründe angegeben, wahrscheinlich auch um sich der Zuständigkeit zur Durchsetzung einer Impfpflicht zu entziehen.

Rund 64 Millionen Versicherte haben sich bereits impfen lassen und müssten zur Impfpflicht trotzdem angeschrieben werden. Denn tatsächlich wurde nicht zentral erfasst („Impfregister“), wer der Impfpflicht bereits zuvor gekommen ist. Der Spiegel schreibt: „Den Stellungnahmen zufolge ist die vorgesehene Frist für das Anschreiben bis zum 15. Mai »organisatorisch nicht zu erfüllen«. Demnach würde allein die notwendige europäische Ausschreibung der Druckaufträge »den zeitlichen Rahmen sprengen«.

Zur flauschigen Opferrolle der Ärzteschaft

Das ausgeprägte Beklagen eines Vertrauensverlustes im Gesundheitsgeschehen, in dem sich hauptsächlich einige Ärztinnen und Ärzte benachteiligt fühlen, kennt eine metaphorische Identität. Besonders beliebt sind Vergleiche mit possierlichen Tierchen, die eigentlich einer menschlichen Repression in Laboren ausgesetzt sind. Die eigene Benachteiligung mit Tierversuchen zu vergleichen, empfinde ich als besonders bedenklich. Auch wenn das Wort umgangssprachlich häufiger genutzt wird. Mir geht das zu weit.

Zuletzt ist mir die Bezeichnung Versuchskaninchen wieder einmal begegnet.

„Mit der verpflichtenden, stichtagsbezogenen Einführung der genannten Anwendungen werden alle Arztpraxen, Apotheken, gesetzlichen Krankenkassen und letztlich auch alle gesetzlich Versicherten als Beta-Tester im Live-Betrieb zu Versuchskaninchen im Gesundheitswesen“, warnte Dr. Petra Reis-Berkowicz. Zu lesen in einer Position des Hausärzteverbands von 14.02.2022.

Komischerweise zählt sich der Teil der wehklagenden Ärzteschaft nicht zur Gattung der Laborratte. Das jedenfalls habe ich noch nirgends gelesen. Es muss schon flauschig bleiben.

Was ist so schlecht an BETA? Immer häufiger fällt auf, dass ein Teil der Ärzteschaft glaubt, in einer Kultur der Digitalisierung gebe es fertige Lösungen.

Gematik bietet weiteres Online-Event zum E-Rezept

Der kurzen Aufregung über einen angeblichen Stopp des E-Rezepts aufgrund einer Aussage von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach begegnet die Gematik mit Kontinuität beim Angebot, sich als Arztpraxis zur jetzt fortzuführenden Testphase zu informieren.

Zum Beispiel am 30. März 2022. Auf der Veranstaltungsseite heißt es, bis heute seien 2.000 elektronische Rezepte eingelöst worden. Diese Zahl soll bis auf 30.000 E-Rezepte gesteigert werden. Die Testphase wird also nicht mehr an zeitlichen Kriterien bemessen, sondern orientiert sich an der Menge, die letztlich vor allem dadurch erreicht wird, dass sich Ärztinnen und Ärzte aktiv an der Testphase beteiligen.

Ärzteschaft leidet unter Innovation und wünscht sich manchmal einfach mehr Fortschritt

Seit Mitte Februar diskutiere ich in einem äußerst verschachtelten Thread auf Twitter zum Für und Wider der Digitalisierungsbemühungen; vor allem hinsichtlich der ambulanten Gesundheitsversorgung in Deutschland.

Mit Beginn des Jahres 2022 muss ein Neuer Realismus Einzug halten, wenn es um die Bewertung der Maßnahmen geht, die der Staat begreift, um ein digitalisiertes Gesundheitswesen zu schaffen. Ich weiß, das verlangt uns allen viel ab. Doch wir stehen eben nicht mehr vor am Übergang zwischen Schreibmaschine und Fax, wie ein Kommentierender unter dem Artikel auf LinkedIn bemerkt. Der Artikel ist außerdem auf XING News erschienen.

Schreiben Sie mir gern, wenn Sie über meinen waghalsig formulierten Artikel reden wollen oder buchen Sie ein Zeitgeschenk, damit wir Komplikationen vermeiden.

Medienspiegel: Wie können Barrieren in der Kommunikation zwischen dem Gesundheitspersonal deutlich minimiert werden?

Technologie beeinflusst die Kommunikationskultur in Gesundheitseinrichtungen. Aber liegt ein erster Nutzen darin, Pflegepersonal mit digitalen Instrumenten für die Kommunikation auszustatten, oder ist ein zielführender Reflexionsprozess zu bevorzugen? Im Artikel werden die Vorzüge digitaler Kommunikation angemahnt. In einem Arbeitsumfeld, das jetzt schon kaum Zeit lässt. Eine gute Analyse der Ist-Situation ermöglicht es, Zeitfresser zu identifizieren und zunächst einmal der Kultur Raum zu bieten, sich zu entfalten.

So wäre auch dem Anspruch, ein Wandel müssen von innen heraus entstehen, begegnet. Eine blinde Einführung digitaler Möglichkeiten hingegen verschärft vomöglich den sich derzeit blockierenden Wandel.

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Ärzte verurteilen Angriff Russlands auf die Ukraine

Die versorgende Gesundheitswirtschaft sieht angesichts des Kriegs in der Ukraine sorgenvoll in die Zukunft. Derzeit überwiege die Sorge um die Menschen in der Ukraine. Langfristig könnten sich jedoch Auswirkungen auf das Deutsche Gesundheitswesen zeigen. Der Artikel spekuliert nicht und erkennt vor allem kurzfristige Effekte, die die Versorgung betreffen könnten. Cyberangriffe auf die Kritische Infrastruktur, zu der auch Krankenhäuser gehören, sind aber nicht auszuschließen. Auch das zum Teil steuerfinanzierte Gesundheitssystem könnte langfristig unter Druck geraten.

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TK schreibt achtstelligen Content-Marketing-Etat aus

Welche Bedeutung Content-Marketing im Gesundheitsgeschehen einnimmt, zeigt Die Techniker. Ein Etat von insgesamt 13,9 Millionen EUR für 4 Jahre steht zur Ausschreibung.

Expertenhinweis: Content Marketing kann zur Prgression von Gesundheitskompetenz zielführend eingesetzt werden, wenn es sich dabei um zielführende Inhalte handelt. Im Healthcare-Marketing geht es weniger um Aufmerksamkeit und Click-Baiting, was letztlich sogar zu Lasten der Marke gehen kann. Das Fördern eines Gelingens von Gesundheit, auch bei der Kompensation von Krankheit ist ausschlaggebend. Ich hoffe sehr, dass die TK das im Blick behält.

Aufgrund der Größenordnung des Etats prüfe ich, ob wir die Techniker als exemplarisches Beispiel hier im Blog öfter besprechen.

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mRNA-Technologie: Die tragische Zukunft der Impfverweigerer

Eine Kolumne in Der Spiegel stellt Überlegungen an, die eine gar nicht mehr so neue mRNA Technologie in den Mittelpunkt einer Zukunftsmedizin stellt. Was der Artikel (noch) nicht klar prognostizieren möchte: Diese Pandemie kann tatsächlich der Schlüssel sein, eine Gesundheitsgesellschaft zu begründen, die stärker auf Prävention setzt.

Auch deshalb sucht sich Investitionskapital neue Betätigungsfelder in medizinischen Errungenschaften, die nicht nur als digitales Artefakt daher kommt, sondern Lösungen sind, die Wegbereiter für echte Systembiologie sein können.

Ein Glücksfall in der medizinischen Geschichte und der Eintritt in einen neuen Realismus für das Gesundheitsgeschehen allgemein.

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