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Markus Horneber zu Digital-First-Strategien von deutschen Krankenhäusern

Anlässlich der Weihnachtsvorlesung der Hochschule Neu-Ulm bot sich die Gelegenheit, Markus Horneber von der Agaplesion eAG eine Frage zu stellen.

Mich irritierte die Haltung im Rahmen seines Vortrags, Krankenhäuser verfügten nicht über das Vermögen, eigene Plattformen zu bauen oder selbst zur Plattform zu werden. Er stellte eher eine Zusammenarbeit mit großen Spielern wie Amazon in Aussicht.

In der anschließenden Fragerunde fragte ich Markus Horneber, woher diese Haltung käme? Begründet sich seine Zurückhaltung mit dem aktuell fehlenden Kapital, das heute schon an allen Ecken und Enden fehlt. Stichwort Investitionsstau. Oder ist davon auszugehen, die Kompetenz zur Schaffung und Etablierung eines Krankenhauses als Plattform nicht vorhalten zu können. Stichwort Fachkräftemangel. Möglicherweise liegt es auch an den kulturellen Herausforderungen, die ein Krankenhaus überfordern? Stichwort Aufgeschlossenheit und digitale Kompetenzen in den Berufsgruppen.

Er blieb mit seiner Antwort grundsätzlich bei der zuvor deklarierten Zurückhaltung, hält die Frage, Krankenhäuser zu Plattformen weiterzuentwickeln allerdings für eine faszinierende Fragestellung.

Als Einzelkonzern oder Krankenhausverbund sei das unter den derzeitigen Marktbedingungen nicht möglich. Helios werde es voraussichtlich auch nicht allein schaffen, bemerkte er noch. Es seien hunderte von Milliarden nötig. Ansonsten gelänge nicht der große Wurf, der keinesfalls als nationales Projekt gestaltet werden dürfe. (Paraphrasiertes Gedächtnisprotokoll)

Meine Antwort, die ich leider nur hier über das eigene Blog geben kann, weil der Dialog im Rahmen der HNU Weihnachtsvorlesung gleich weiterging:

Ich bin der Meinung, Plattformen müssen nicht gleich eine Dimension wie Amazon oder Google sein. Netflix, oder Airbnb haben auch klein angefangen; zu Zeiten als digitale Geschäftsmodelle schon reüssierten. Eine gute Strategie, die Anschlussfähigkeit von Krankenhäusern für die Bevölkerung fördert die Bevorzugung durch selbige. Die Verschmelzung von ambulanten und stationären Leistungen mit den Szenarien eines digitalen Gesundheitsgeschehens sind aus meiner Sicht absehbar und brauchen Gestaltung von versorgungsnahen Marktteilnehmern und nicht das Spiel über Bande großer Konglomerate des Überwachungskapitalismus. Dass hier auch ein politischer Wille erkennbar werden müsste, ist unstrittig. Hier dürften wir einer Meinung sein.

Die Möglichkeiten, jetzt zu beginnen und Krankenhaus konkret neu zu denken, hat in einer Form bei Agaplesion bereits begonnen. Ich werde weiter beobachten, wie sich das entwickelt.

veröffentlicht von

Frank Stratmann arbeitet als Mentor und Wissensarbeiter mit Akteuren des Gesundheitswesens. Nutzen Sie das ZEITGESCHENK als unverbindliche Kontaktaufnahme.

MARKETING im Gesundheitswesen ist erschienen bei Springer Gabler.

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