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Amazon plant One Medical Übernahme: Dem deutschen Gesundheitswesen droht internationale Konkurrenz

One Medical bietet Mitgliedschaften. Etwas, das unter niedergelassenen Ärzten aus meiner Sicht immer noch zu wenig diskutiert wird, ist das vom Unternehmen angebotene Concierge-Model auf Basis internetmediznischer Szenarien. Und da steigt Amazon jetzt ein.

Seit Jahren beobachtet die Gesundheitsbranche aus sicherer Entfernung die Entwicklungen in internationalen Gesundheitsmärkten. Meine Prämisse ist die tätige Auseinandersetzung mit dem Markt über die nationalen Grenzen hinaus. Deshalb musste ich aufhorchen, wenn Amazon plant, einen führenden Betreiber von Gesundheitseinrichtungen mit telemedizinischen Angebot zu übernehmen.

Mit dem Projekt 1492 hatte Amazon vor einigen Jahren angekündigt, sich strategisch um das Thema Gesundheit zu bemühen. Während Google in dieser Zeit seine Aktivitäten zurückgefahren hatte und sich mit dem Kauf von Fitbit scheinbar auf den Konsumentenmarkt konzentriert, startete Amazon Care schon 2019 für die eigenen Mitarbeiter im Raum Seattle. Dort hat der einstige Online-Buchhändler seinen Hauptsitz. Über den Start von Amazon Care hatte ich auf XING berichtet und etwas früher im September schon das Trend-Dossier September 2019 für die Gesundheitsforen Leipzig verfasst. Dort skizziere ich einen Weg zum Welt-Gesundheitssystem. Weniger politisch als vielmehr markttechnisch unter Kenntnisnahme des internationalen Einflusses der Technologieakteure. Die aktuelle Meldung zur Übernahme von One Medical durch Amazon lässt mich an die damaligen Recherchen denken und das Thema in der Retrospektive für dieses Blog wieder aufgreifen.

Zunächst aber noch einmal eine Erinnerung. Viele Akteure im Gesundheitswesen denken bei Amazon immer noch an ein virtuelles Einkaufszentrum. Dabei setzt der Konzern längst eigene Akzente und zählt seit Beginn an als zweites A zu den sogenannte GAFA. GAFA ist eine Abkürzung, die man immer noch hört, um die Rotte der Technologieriesen – bestehend aus Google, Apple, Facebook und eben Amazon – als unüberwindbares Bollwerk disruptiver Marktoffensiven zu beschreiben. Was Google mit der Online-Werbung gelang, Apple mit der Erfindung des iPhone und sein hardwaregestützten Ökosystems abbildet und Facebook als Platzhirsch unter den sozialen Netzwerken darstellt, ist Amazon hinsichtlich der Transaktionen, die in der individuellen Lebenswelt eine Rolle spielen. Dazu gehört zentral das Thema Gesundheit. Für das allgemeine Gesundheitsgeschehen ist eine zunehmende Kommerzialisierung zu beobachten. Dazu braucht es kein staatlich organisiertes Gesundheitssystem. Amazon scheint das zu ahnen und ist der globale Player, der die Grenzen zwischen allgemeinem und speziellem Gesundheitsgeschehen überwinden will.

Deshalb geht Amazon jetzt konsequent einen Schritt weiter und plant die Übernahme von One Medical. Das ist ein US-Konzern, der landesweit teemedizinische Leistungen anbietet. In den gesamten USA betreibt One Medical Krankenhäuser. Wer sich für finanztechnische Hintergründe interessiert, findet hier die passenden Informationen. Vielleicht so viel. Amazon lässt sich den Kauf von One Medical 3,5 Milliarden US-Dollar kosten.

Wenn wir in den Börsennachrichten lesen, One Medical sei ein Anbieter telemedizinischer Leistungen, klingt das verkürzt. Denn One Medical bietet Mitgliedschaften. Etwas, das unter niedergelassenen Ärzten aus meiner Sicht immer noch zu wenig diskutiert wird, ist das vom Unternehmen angebotene Concierge-Model auf Basis internetmedizinischer Szenarien. Werblich positioniert sich One Medical sogar als fortschrittlicher gegenüber der klassischen Concierge-Medizin. Die One-Medical-Mitgliedschaft suggeriert einen modernen Zugang zu seinen Primary-Care-Angeboten.

Machen Sie sich einen Eindruck, wie One Care Medical auf Marketing im Gesundheitswesen setzt, in dem sie das Redesign der Arztpraxis patientenzentriert als ihre Aufgabe beanspruchen. Etwas, das ich im SMARTR.care Lab gern mit Ärztinnen und Ärzten diskutiere

Neuerfindung der Gesundheitsbranche

Gerade gestern hatte ich hier im Blog im Zusammenhang mit Wissensarbeit über Stetigkeit gesprochen. Die stetige Unaufgeregtheit, mit der sich international das Spielfeld neu sortiert, wird von den hiesigen Akteuren immer noch ausgeblendet. Ich verstehe, dass im Versorgungsalltag solche Dinge einfach vorbeirauschen. Ich beobachte dazu allerdings kaum eine Diskussion auf einschlägigen Branchentreffen und in Ärzteforen.

Der Umstand, dass ein Krankenhauskonzern in den USA bereits über ein flächendeckendes telemedizinisches Angebot verfügt, ist nicht neu, sollte uns aber hinsichtlich der Grenzenlosigkeit, mit der Amazon global agiert, aufhorchen lassen. In den letzten zwanzig Jahren haben wir gelernt, wie grenzenlos digitale Angebot sein können. Der internationale Zugang zu medizinischer Expertise ist kaum mehr abzuwenden und beginnt eines Tages auch das deutsche Gesundheitswesen auszuhöhlen. Die Gesundheitsakteure wähnen sich aktuell noch auf einer Insel und um das richtig einzuordnen. Nicht die Angebote kommen zur Insel, sondern die Inselbewohner verlassen das Eiland tradierter Versorgungsszenarien dann immer häufig anlassbezogen und zumindest temporär für medizinische Begegnungen der anderen Art. Jetzt könnte man argumentieren, die Krankenkassen bezahle keine telemedizinischen Leistungen von US-Anbietern. Was aber, wenn global tätige Unternehmen ihren Mitarbeitern Zugang zu fremden Gesundheitssystemen gewähren? Hier entscheidet die Convenience schnell über etwaige Bedenken. Und auch die politische Dimension, wenn ein solidarisch finanziertes Gesundheitswesen zunehmend dysfunktional wirkt und das Argument, eines der besten Gesundheitssysteme für den Bereich der hausärztlichen Erstversorgung sein zu wollen, nicht mehr zieht?

Klar ist, was ich schon 2019 schrieb. Die extrovertierte Darstellung damals deutet schon auf eine Öffnung von Amazon Care für andere Teilnehmer hin. Meine Mutmaßung, Amazon könnte in Kürze anderen global aufgestellten Unternehmen einen Dienst, wie Amazon Care zur Verfügung stellen, bekommt mit der Übernahme von One Medical eine neue Facette. Es dürfte auch drei Jahre später kaum mehr eine Frage der Zeit sein, bis auf dem Smartphone eines deutschen Mitarbeiters das Amazon Care Logo aufscheint. Hierzulande aktive Telemediziner, wie Teleclinic oder Medgate (Deutschland), integrieren sich stärker mit dem Gesundheitswesen als Amazon Care. Sie dürften die Situation allerdings längst nüchterner einschätzen als ein Landarzt in der Lausitz.

Es geht mir weniger darum, ein Angstszenario zu bedienen. Davon haben wir in diesen Zeiten reichlich. Gesundheit passiert und das Gesundheitssystem wird. Es wird überleben. Dazu braucht es aber die immer wieder in diesem Blog angemahnte Kreativität und den Mut, mit tradierten Versorgungsszenarien zu brechen. Bestenfalls in einem tätigen Zusammenhandeln, um der internationalen Entwicklung keinen Vorschub zu leisten. Verstehen Sie mich richtig. Ich bin überzeugt, dass wir langfristig nur eine europäische Antwort auf den internationalen Druck finden werden. Deshalb darf sich das deutsche Gesundheitswesen in seinem Zustand überwinden. Wir sollten damit beginnen und heutige Initiativen in diese Richtung nicht zu opfern.

Einladung für ein Zeitgeschenk

Wenn Sie das Thema beschäftigt, nutzen Sie gern mein Zeitgeschenk. Dann berichte ich Ihnen gern auch konkret, welche Überlegungen ich im Trend-Dossier »Auf dem Weg zum Welt-Gesundheitssystem – Gesundheitsversorgung unter internationalem Einfluss« exklusiv mit den Kunden der Gesundheitsforen Leipzig geteilt habe. Vielleicht habe ich sogar irgendwo noch einen Auszug für geneigte Leser.

Lust, darüber zu sprechen?

Vielleicht vertrittst Du eine ganz andere Meinung oder hast einen Irrtum entdeckt, den Du mir dringen mitteilen möchtest. Dann sprich mich gern zu diesem und jedem anderen Thema an. Ich freue mich auf unseren Kontakt.

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Kennst Du schon mein ZEITGESCHENK. Das kannst Du Dir einfach aus meinem Kalender greifen und wir treffen uns dann in einem Videocall oder gern auch einfach in einem guten, alten Telefonat.

Schreib mir über Messenger

Sprich mich gern an. Ich bin erreichbar über Signal Messenger. unter meiner mobilen Rufnummer (0160) 94736640. Speichere gern meine Rufnummer in Deinem Smartphone. Falls Du Signal noch nicht kennst, lade es.

Messenger Gruppe

Die Gruppe ist im Juli 2022 auf Signal neu gestartet. Dort erfährst Du, wenn neue Beiträge eintreffen und wir teilen ein wenig Flurfunk. Die Gruppe wird von Frank Stratmann persönlich moderiert.​

FRANK STRATMANN BIETET

Intellektuelle Partnerschaft

Gesundheitsakteure, Ärzteschaft, Arztpraxen, Gesundheitseinrichtungen, Führungskreise, Geschäftsführungen, Direktionen, Leitungen, Denkfabriken, Kostenträger, Rehakliniken, Thinktanks, Verbänden, Kammern, Vereinigungen, Krankenkassen, alle am professionellen Gesundheitsgeschehen Beteiligte.

Kommunikation und Marketing im Gesundheitswesen

Was für absatzorientierte Märkte die Kaufentscheidung ist im ersten Gesundheitsmarkt die Bevorzugung einer Gesundheitseinrichtung. Ich biete strategisches Marketing entlang gelingender Gesundheitsbeziehungen.

Orientierung im Zukunftsmarkt Gesundheit

Ich biete aktive Begleitung im Prozess der Transformation auf persönlicher Ebene oder für Teams. Gemeinsam arbeiten wir methodenreflektiert und gezielt an Herausforderungen für smarte Versorgungsszenarien. 

Diskurs in sich verändernden Gesundheitsmärkten

Sie teilen mit mir die Freude am Diskurs in sich verändernden Gesundheitsmärkten? Buchen Sie mich für Ihre Veranstaltung oder beauftragen Sie mich für individuell konzipierte Workshops oder Seminare für Ihre Zielgruppe oder Ihr Team.

Mit Gesundheitseinrichtungen entwickle ich gemeinsam Konzepte für ein werteorientiertes Gesundheitsmarketing in sozialer Verantwortung. Wenn Dich das Thema reizt oder Du aktiv nach Hilfestellung suchst, buche gern ein Zeitgeschenk.
Praxismarketing ist keine Werbung, sondern ein Projekt, Bevorzugung arrangieren. Ihre Praxis wird von Patientinnen und Patienten konsultiert, die zu Ihnen passen oder ihrem sich verändernden Leistungsangebot entsprechen. Nutzen Sie gern mein Zeitgeschenk als erste Sondierung der Möglichkeiten.

Zuweisende Ärztinnen und Ärzte eines Krankenhauses sind als Gemeinschaft ein unentdecktes kuratiertes Netzwerk, das sich kommunikativ eingebunden wissen will. Nicht nur im direkten Gespräch. Marketing und Kommunikation sind Teil der Leistungserbringung.

Erfahren Sie mehr über Einweiserbeziehungsmanagement mit Ihrem Zeitgeschenk.

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Die kommunikative Förderung von Gesundheitskompetenz ist mir ein Anliegen und zentraler Baustein beim Aufbau gelingender Gesundheitsbeziehungen.  So wird Marketing zum Bestandteil der Leistungserbringung. Wenn Sie mehr erfahren möchten, nutzen Sie mein Zeitgeschenk.

Jede Gesundheitseinrichtung darf die eigene Community aus Stakeholdern entdecken und aktiv mit ihr arbeiten. Dabei geht es vor allem darum, den aktiven Dialog zu ermöglichen. Mehr dazu gern in einem persönlichen Gespräch.
Die Offensive zur Umsetzung hinreichender Ideen für smarte Versorgungsszenarien und Praxisführung macht einen Unterschied. Wir organisieren Fokusgruppen und arbeiten gemeinsam an Forschungsfragen. Mehr dazu unter Smartr.care Labs.
Mentoring ist die branchenorientierte Begleitung und eine intensive Erfahrung, die sich entlang sorgfältig formulierter Herausforderungen entfaltet. Neugierig geworden? Nutzen Sie mein Zeitgeschenk.
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Neben den oben erwähnten Fokusgruppen veranstalte ich zu ausgesuchten Komplexen Seminare, die auch Inhouse gebucht werden können. Gern auch als individueller Auftrag als Inhouse-Workshop mit Ihrem Team. Anfragen gern über mein Zeitgeschenk.
Ich bin überzeugt, Szenarien gelingender Gesundheit benötigen eine neue Gesundheitskultur. Prämisse bleibt die konsequente Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen. Reden wir doch mal, greifen Sie sich Ihr Zeitgeschenk.

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