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Alexander Jorde zur Pflege in der Pandemie

Beatmungsgeräte sind keine Kaffeevollautomaten. So brachte Alexander Jorde heute in Steingarts Morning-Briefing seine Sorge zum Ausdruck, dass es unter der Pandemie nicht nur mit den Geräten selbst getan sei. Es brauche auch das Personal.

Alexander Jorde bleibt sich treu und klagt vor allem über die Versäumnisse der Politik. Doch ist das immer richtig? Trotz gefüllter Geldtöpfe durch die Investitionsunterstützungen zur Steigerung der Kapazitäten in der Intensivpflege oder das in Vorbereitung befindliche Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) und zahlreicher runder Tische in den letzten Monaten, scheint es im deutschen Krankenhausalltag zum Stillstand gekommen zu sein. Zumindest, was den Teil der Entwicklungen zur Zukunftsfähigkeit betrifft.

Während Ärztlicher Dienst und die Pflege am Limit arbeiten, fehlen die Ressourcen, um die deutschen Krankenhäuser zukunftsfähig zu machen. Auch für die Zeit nach der Pandemie.

Der Ruf in Richtung Politik mutiert zum Allgemeinplatz. Dabei weiß jeder Angehörige eines Gesundheitsberufs im Krankenhaus, aber auch die Akteure, die Krankenhaus für Deutschland organisieren. Die soziale Verantwortung reicht meist nur vom DRG zur Jahresplanung. Dabei werden alle Mittel genutzt, um z.B. im Rahmen der Personalkosten betriebswirtschaftlich zu optimieren, in Angelegenheiten der Innovationskraft jedoch fehlt offenbar eine vergleichbare Inspiration, um den nächsten klugen Schritt zu wagen.

Meines Erachtens ist das auf ein Mindset zurückzuführen, das sich nicht dazu eignet, ein innovatives Gesundheitsgeschehen im Rahmen einer Kompensation von Krankheit zu realisieren. Alte Zöpfe, Anachronismen und fehlendes Fachpersonal für die Organisation von Zukunft scheinen nur einige der Gründe zu sein, warum wir nicht die Kurve kriegen.

Es wird spannend sein, ab dem nächsten Jahr zu beobachten, ob die 4,3 Milliarden, die jetzt für die Krankenhauszukunft bereitstehen, tatsächlich abgerufen werden. Mutmaßlich sehen wir von den Krankenhäusern das, was bei den Schulen schon zu Tage getreten ist. Das fehlende Vermögen, mutige Zukunftsperspektiven zu denken, führt dazu, dass bereitgestellte Mittel nicht abgerufen werden.

Dabei geht es nicht nur um Technologie, sondern wie bereits erwähnt, um eine mentale Weiterentwicklung dessen, was Gesundheitsbeziehungen zwischen Einrichtung und der Menschen, die Hilfe brauchen, leisten muss.

Das nächste Jahrzehnt ist entscheidend, ob wir kulturell und digital Schritt halten. Oder ob wir mit dem heute noch vorzüglichen Gesundheitswesen das frühe Mittelalter dieses Jahrtausends ausrufen.

veröffentlicht von

Frank Stratmann arbeitet als Mentor und Wissensarbeiter mit Akteuren des Gesundheitswesens. Nutzen Sie das ZEITGESCHENK als unverbindliche Kontaktaufnahme.

MARKETING im Gesundheitswesen ist erschienen bei Springer Gabler.

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